CSU-Kreistagsfraktion zu Besuch bei der Polizeiinspektion Vohenstrauß

Eiserner Schutzmann als Zugabe

Polizeiinspektion

Erster Polizeihauptkommissar Andreas Schieder (Zweiter von rechts) verstand es, die große Politiker-Runde mit ins Boot zu nehmen und für eine starke Polizeipräsenz vor Ort zu werben. Bild: dob

 

Die Diskussion um den Eisernen Schutzmann geht weiter. Mittlerweile aber auf einer sehr sachlichen Ebene, wie sich beim Besuch der CSU-Kreistagsfraktion in der Polizeiinspektion Vohenstrauß zeigt.

(dob) Polizeihauptkommissar Andreas Schieder informierte die Gäste über die Zuteilung eines Beamten zum 1. März. Er lobte aufgrund des Durchschnittsalters von 51 Jahren den großen Erfahrungsschatz seiner Mitarbeiter, der viele Vorteile im täglichen Dienstbetrieb mit sich bringe. Für ihn sei es ein absoluter Glücksfall, dass er an seinem Wohnort für ein halbes Jahr die Polizeiinspektion führen dürfe.

Flexibilität erhöhen


Schieder machte deutlich, dass er keinesfalls vom Polizeipräsidium eingesetzt wurde, um die "dienstbetrieblich angepassten Öffnungszeiten", im Volksmund als Eiserner Schutzmann bekannt, einzuführen. "Ich habe keinen Auftrag zur Änderung." Vielmehr soll der Eiserne Schutzmann als Vorschlag an die Polizeiinspektion zur Erhöhung ihrer Flexibilität verstanden werden.

Es gebe keinerlei Zwang. Vom Präsidium komme allerdings die klare Aussage, den Schichtbetrieb mit den vorhandenen Ressourcen zu schaffen, denn zusätzliche Stellen werde es nicht geben. Die Rund-um-die-Uhr-Betreuung wäre aber auch mit einem Eisernen Schutzmann gewährleistet, erklärte Schieder. In Vohenstrauß könne man spüren, dass die Polizei den Menschen am Herzen liege und das sei eine wunderbare Basis auf der man aufbauen könne.

Nicht ganz wollte Bundestagsabgeordneter Albert Rupprecht den Anstieg von 37,8 Prozent des Deliktzuwachses, von dem Erster Polizeihauptkommissar Martin Zehent im vergangenen Jahr sprach, wegwischen. Nach dem grobschlächtigen Motto: "Es passt schon alles". Zehent habe die Diskussion darüber angestoßen und sei damit seiner Verantwortung gerecht geworden.

Es stünde außer Frage und es sei unbestritten, dass es auch mal Veränderungen brauche. Den Bestand an Polizeikräften vor Ort wollte er aber trotzdem gesichert wissen. "Es braucht eine Struktur in der Fläche. Wir haben in den letzten Monaten erlebt, wie schnell sich Rahmenbedingungen verändern und das Sicherheitsgefühl der Menschen dramatisch nach unten geht."

Kernaufgabe einer jeden Politik sei es, für Sicherheit zu sorgen und die Sicherheitsbehörden bestens auszustatten. "Manches, was man an der Südgrenze im Bundespolizei-Bereich abrasiert hat, bauen wir jetzt mühevoll wieder auf, weil wir ein paar Jahre später festgestellt haben, wir waren voreilig", gab Rupprecht zu bedenken.

Positiv nahm er das Versprechen des Polizeivizepräsidenten Michael Liegl auf, dass alle Pensionsabgänge wieder ersetzt würden. Bisher sei für Rupprecht der Eiserne Schutzmann das Instrument für den Personalabbau gewesen und nicht zu akzeptieren. Jetzt zeichne sich ein anderes Bild. Er könnte sich vorstellen, auf dieser vernünftigen Grundlage aufzubauen.

Gute Sicherheitslage


Die Sicherheitslage bezeichnete der Dienststellenleiter als insgesamt gut. In der Stadt gebe es keine speziellen Brennpunkte. Die Kriminalstatistik bewege sich heuer mit 700 erfassten Straftaten auf ähnlichem Niveau wie 2015. Wohnungseinbrüche gingen präsidiumsweit zurück. 2015 waren 561 Einbrüche zu verzeichnen (davon 296 Versuche). In diesem Jahr pendle sich die Zahl mit einem leichten Rückgang ähnlich ein.

Einbruchszahlen der hiesigen Dienststelle bewegten sich im niedrigen zweistelligen Bereich. Allerdings handle es sich dabei um keine klassischen Wohnungseinbrüche. Meist stünden Beziehungstaten oder anderweitige Hintergründe dahinter und müssten genau von Fall zu Fall bewertet werden, verdeutlichte Schieder. Der Polizeichef beurteilte das Eindringen in die unmittelbare Privatsphäre als massiven Eingriff in das Sicherheitsempfinden der Betroffenen. Das Aufklären dieser Taten erklärte er zur absoluten "Chefsache". Die Vohenstraußer Polizei sei in diesem Bereichen aber schon äußerst engagiert.

Im Dienststellenbereich gebe es keinen Drogenschwerpunkt. Mit einem Verkehrstoten verzeichnete man zwei weniger als noch im Vorjahr. "Jeder Unfall und jeder Tote ist einer zu viel", erklärte Schieder. Rückläufig sei ebenso die Zahl der Alkoholunfälle. Hier mache sich vermutlich die Prävention durch Kontrollen bemerkbar.

Der Wissenstransfer der älteren Beamten, die bald in Pension gehen, an die jüngeren sei in den nächsten Jahren ein großes Ziel. Entspannt sei mittlerweile auch die Flüchtlingslage in der Region. Die dezentrale Unterbringung im Familienverband sei aus polizeilicher Sicht zielführend und einer Gemeinschaftsunterkunft vorzuziehen. Aufwendig gestalteten sich jedoch die Sammelabschiebungen, wenn Flüchtlinge zu den Flughäfen transportiert werden müssten.

 

Quelle: Onetz vom 21.12.16 (d1718926) Text und Bild: Dobmayer

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