Innenminister Joachim Herrmann zu Gast in Vohenstrauss

Sportvereinen fehlt der Nachwuchs

Viele Sportvereine sind einigermaßen glimpflich durch die Pandemie gekommen. Aber ungute Entwicklungen verstärken sich: Jugendliche haben immer weniger Interesse am Sport, viel zu viele können nicht schwimmen. Kann der Innenminister helfen?

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Innenminister Joachim Herrmann (rechts) diskutiert auf Einladung Albert Rupprechts mit Sportfunktionären aus der Region.

Bild: Eichl

von Gabi Eichl

Joachim Herrmann diskutiert auf Einladung MdB Albert Rupprechts knappe eineinhalb Stunden mit Sportfunktionären aus der Region. Einig sind diese sich in der Einschätzung, dass es keinesfalls mehr zu einer erneuten Schließung der Sportstätten im Herbst und Winter kommen dürfe. „Das wäre das Schlimmste“, sagt ein Vereinsvorsitzender. Herrmann verspricht nichts, sagt, er hoffe sehr, dass derlei nicht wieder notwendig werde. Die Staatsregierung werde „alles dafür tun“, um eine solche Maßnahme zu vermeiden.

Sportabzeichen Fehlanzeige

Verschiedene Missstände habe man in München schon auf dem Schirm, sagt der Innenminister, etwa den Stau bei Schwimmkursen oder die Bewegungsdefizite von Kindern und Jugendlichen. Letztere beschreibt der BLSV-Kreisvorsitzende Ernst Werner an einem Beispiel sehr deutlich: An einer Schule hätten 240 Kinder versucht, das Deutsche Kindersportabzeichen abzulegen - geschafft hätten es gerade einmal 80. „Das hat mich wahnsinnig schockiert“, sagt Werner. Werfen, Ausdauer, Weitsprung, überall hätten die Schüler große Probleme.

Werner appelliert geradezu leidenschaftlich an die Eltern, sich als Übungsleiter zur Verfügung zu stellen. Die Kinder im Verein abzuliefern, genüge nicht. An Herrmann gewandt bittet er, die Staatsregierung möge mithelfen, ein Konzept zu erstellen, „damit wir gemeinsam versuchen, das auf die Reihe zu bringen“. Konkret meint Werner, frühzeitig Folgeschäden von Unbeweglichkeit und Dickleibigkeit entgegenzuwirken. Rupprecht spricht in dem Zusammenhang davon, dass möglicherweise auch das Sicherheitsbedürfnis von Eltern heute übersteigert sei; die Kinder würden nur noch chauffiert, wo sie früher mit dem Rad gefahren oder zu Fuß gegangen seien.

Die immer unsportlicheren Kinder fehlen den Vereinen auch zahlenmäßig, sagt der Bezirksvorsitzende des Bayerischen Fußballverbandes (BFV), Thomas Graml. Er bittet Herrmann, den Kultusminister mit ins Boot zu nehmen, damit die Fußball- und Sportvereine einen Fuß in die Tür bekämen bei Schulen und Kindergärten. Seit Beginn der Pandemie hätten die Fußballvereine im Bezirk bei den Fünf- bis Neunjährigen 100 Mannschaften weniger im Spielbetrieb gehabt, „das sind tausend junge Fußballerinnen und Fußballer, die uns fehlen“.

TV ohne allzu große Einbußen

Nicht alle Vereine haben während der Pandemie Mitglieder verloren, sagt Werner. Einige hätten dank kreativer Angebote sogar Mitglieder gewonnen. Der Vorsitzende des TV Vohenstrauß, Klaus Nigg, spricht von dem breit gefächerten Online-Angebot seines Vereins, das sehr gut angekommen sei. Der etwa 1700 Mitglieder starke TV habe während Corona gerade einmal 90 Mitglieder verloren.

Nigg beklagt die aktuell geltende Regelung, wonach pro Hallensportler 20 Quadratmeter vorzusehen sind. Teilweise könne man gar keine neuen Kinder aufnehmen, da zu wenig Platz in den Hallen sei. Und der Vorsitzende der Spielvereinigung Vohenstrauß, Uli Münchmeier, fügt an, wenn die Regelung gelte, dass Tests für die Schule auch am Nachmittag für den Sport gültig seien, sei die 20-Quadratmeter-Regelung widersinnig. Dem widerspricht Joachim Herrmann nicht; er verspricht, das werde man in München diskutieren.

Fehlende Wertschätzung beklagt

Ebenfalls in die Staatsregierung mitnehmen will der Innenminister, wie er sagt, die von Graml beklagte fehlende Wertschätzung des ehrenamtlichen Engagements in den Sportvereinen. Und auch die vom BFV-Kreisvorsitzenden Albert Kellner vorgetragene Forderung, nicht allein auf die Inzidenz zu schauen. Herrmann setzt eigenem Bekunden nach auf die 3-G-Regelung (geimpft, genesen, getestet) und entsprechende Lockerungen unter deren Schirm.

Gelobt werden von den Funktionären übereinstimmend die Verdoppelung der Vereinspauschale („hat deutlich dazu beigetragen, die kleinen Vereine durch die Krise zu bringen“) und das Förderprogramm für Bau- und Sanierungsmaßnahmen („kommt super an, großes Kompliment“).

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Die Bürgermeister Andreas Wutzlhofer und Uli Münchmeier (rechts) nutzen die Gelegenheit, dem Minister und den beiden Abgeordneten Albert Rupprecht und Stephan Oetzinger das Goldene Buch der Stadt vorzulegen.

Bild: Eichl

Quelle: Onetz vom 19.08.2021 (id3303786)  – Text und Bilder: Gabi Eichl

 

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