Nominierungsveranstaltung zur Kreistagsliste

Abstimmung zur Kreistagsliste der CSU: 100 Prozent Lachen, viel Wundern

100 Prozent Zustimmung zur Kreistagsliste der CSU. Da kann Landrat Andreas Meier lachen. Nur schmunzeln, aber eigentlich ärgern muss er sich über die Kritik der Freien Wähler. Auf der Nominierungsversammlung schießt er zurück.

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Die CSU nominiert 60 Kreistagskandidaten. In der ersten Reihe sitzen die ersten zehn Kandidaten mit Andreas Meier auf Platz 1 (Fünfter von links).

Bild: Petra Hartl

von Beate-Josefine Luber

"Schmunzeln" und "wundern" musste er sich über den Aussagen der Freien Wähler, erklärt Landrat Andreas Meier bei der Nominierungsversammlung zur Aufstellung der Kreistagskandidaten am Mittwoch in der Stadthalle Neustadt. Denn der Sprecher der FW-Kreistagsfraktion, Manfred Plößner, kritisierte, er vermisse Zukunftsthemen im Kreistag.

Bericht zur Nominierungsversammlung der Freien Wähler mit Kritik

Das lässt der Landrat und Listenführer nicht auf sich sitzen. "Da waren manche in den Sitzungen in den letzten Jahren nur körperlich anwesend." Derart herausgefordert, packt er seine Visionen aus: Der Landkreis sei 5G-Modellregion. Mit Hilfe von Telemedizin könnten Ärzte künftig Bewohner in ländlichen Gegenden aus der Entfernung diagnostizieren und medizinisch betreuen.

Das Biomasse-Heizkraftwerk auf dem Kulturhügel sei nur ein Beispiel für erneuerbare Energien. Der Landkreis sei "Wasserstoff-Modellregion." Auch baue er mit den Baxis den ÖPNV weiter aus. So ein dichtes Netz wie in einem Ballungsraum werde es nie geben. "Irgendwann können aber Baxis mit Wasserstoff betrieben durch den Landkreis fahren. Wenn das keine Zukunftsideen sind, dann weiß ich auch nicht."

"Unredlich": Kritik an FW

Nicht nur schmunzeln, sondern richtig ärgern müsse er sich über die Kritik der Freien Wähler, die sagten, es reiche nicht, schöne Aufkleber auf Feuerwehrautos zu kleben. Meier beteuert: Der Aufkleber "Deine NEW Schutzengel" auf Einsatzfahrzeugen habe einen ernsten Hintergrund und verweise auf die Gewalt gegen Rettungskräfte. "Das aus wahlkampftaktischen Gründen in den Dreck zu ziehen, ist unterste Schublade. Ich habe mir von jemand mehr erwartet, der aus einer Blaulichtorganisation kommt."

Doch auch Meier wäscht schmutzige Wäsche auf Kosten der Gegner: Er habe ein Bild auf der Facebook-Seite der Freien Wähler entdeckt, auf dem sie vor einem Fahrzeug der Firma IKT für ihre politischen Anliegen werben.

Meier habe sich gewundert, erzählt er, und der Firma hinterhertelefoniert. Von dem Fahrer des IKT-Autos habe er erfahren, dass er tatsächlich mit dem Fahrzeug unterwegs gewesen sei, um eine Mobilfunkanalyse durchzuführen. Aber im Auftrag des Landkreises. Zufällig habe er beim Stand der Freien Wähler gehalten, da wäre das Foto entstanden. "Die Freien Wähler haben sich mit unseren Federn geschmückt. Das ist unredlich. Das müssen wir bloßstellen", fordert er.

Als große Herausforderung für den Landkreis sieht Meier die Digitalisierung. "Wenn wir da nicht mitmachen als Region, dann werden wir abgehängt." Viel Luft nach oben gebe es bei der digitalen Verwaltung.

Ziel sei auch der weitere Ausbau des Kreisstraßennetzes. "Denn auch Wasserstoffautos brauchen meines Wissens immer noch Straßen."

Doch der amtierende Landrat blickt nicht nur in die Zukunft, sondern auch in die Vergangenheit. Er erinnert an die erste große Aufgabe kurz nach der letzten Kommunalwahl vor sechs Jahren: die Flüchtlingskrise 2015. "Wir wurden sofort in den Krisenmodus reingeworfen." Doch man habe sich auf starke Strukturen verlassen können.

Ergebnis: 189 von 189

Nicht ärgern, sondern freuen kann sich der Landrat mit seinen Mitstreitern über das Abstimmungsergebnis der Kreistagsliste: 100 Prozent Zustimmung. Langer Applaus. Alle 189 abgegebenen Stimmzettel tragen das Kreuz bei "Ja". 191 Stimmberechtigte allerdings gibt es. Was mit den restlichen beiden ist, ist etwas unklar. "Einer musste weg und einer war vielleicht auf der Toilette", mutmaßt stellvertretender Landrat Albert Nickl, der die Wahl leitet, auf Anfrage. "100 Prozent, das ist wichtig", beschwört er.

Überraschungskandidat Egginger

Thomas Egginger bezeichnet Meier als den "Überraschungskandidaten des heutigen Abends". Der Ärztliche Direktor der Kliniken Nordoberpfalz AG kandidiert auf Listenplatz 23. Es sei auch ein Zeichen, dass die Kreis-CSU sehr eng mit den Kliniken Nordoberpfalz AG verbunden sei, betont der Landrat.

Mit 16 Frauen sind 26 Prozent der Listenbewerber weiblich. Unter den ersten zehn befinden sich sogar vier Frauen, hier ist der Anteil also fast ausgeglichen. Die Zugpferde sind mit Andreas Meier, Albert Rupprecht und Stephan Oetzinger auf den ersten drei Plätzen jedoch immer noch männlich. 15 der 60 Bewerber sind erste Bürgermeister. Die Mehrzahl aller Kandidaten hat Ämter auf Kreis-, Stadt- oder Gemeindeebene inne.

Meier bedankt sich bei allen, dass sie sich politisch betätigen. "Viele Kommunalpolitiker wollen sich dem täglichen Spannungsfeld und Angriffen, die es auch bei uns gibt, nicht mehr freiwillig aussetzen." Es werde mehr polemisiert. Gerade deshalb sei es wichtig, nicht Mitbewerber aus den eigenen Reihen zu kritisieren und geschlossen zu votieren.

KANDIDATEN DES CSU-KREISVERBANDES FÜR DEN KREISTAG:

60 Kandidaten umfasst die Liste des CSU-Kreisverbandes:

1. Andreas Meier, Landrat, Windischeschenbach; 2. Albert Rupprecht, Bundestagsabgeordneter, Waldthurn; 3. Dr. Stephan Oetzinger, Landtagsabgeordneter, Mantel; 4. Tanja Schiffmann, Rechtsanwältin, Bürgermeisterin, Parkstein; 5. Albert Nickl, stellv. Landrat Bankkaufmann, Bürgermeister, Speinshart; 6. Edgar Knobloch, Diplom-Verwaltungswirt (FH), Bürgermeister, Grafenwöhr; 7. Marianne Rauh, Meisterin der ländlichen Hauswirtschaft, Bürgermeisterin, Theisseil; 8. Andrea Lang, Rechtsanwältin, Pleystein; 9. Tanja Renner, Realschullehrerin, Schlammersdorf; 10. Armin Aichinger, Grundschulrektor, Neustadt/WN; 11. Josef Maier, Land- und Forstwirt, Geschäftsführer, Vohenstrauß; 12. Ludwig Biller, Pflegemanager, Bürgermeister, Weiherhammer; 13. Dominik Baschnagel, Politikwissenschaftler, Altenstadt/WN; 14. Hans Meißner, Polizeibeamter a.D., Luhe-Wildenau; 15. Max Schwärzer, Facility Manager, Pressath; 16. Karlheinz Budnik, Bürgermeister, Windischeschenbach; 17. Christa Kick, Bäuerin, Köchin, Irchenrieth; 18. Gerald Morgenstern, Soldat a.D., Grafenwöhr; 19. Rita Rosner, Hausfrau, Floß; 20. Thomas Kleber, Landwirtschaftsmeister, Unternehmer, Eslarn; 21. Marcus Gradl, Polizeibeamter, Dozent, Eschenbach; 22. Josef Fütterer, Landwirt, Pressath; 23. Thomas Egginger, Arzt, Ärztlicher Direktor, Theisseil; 24. Martin Schregelmann, Projektleiter, Bürgermeister, Etzenricht; 25. Uli Münchmeier, Kaufmann im Groß- und Außenhandel, Vohenstrauß; 26. Sandro Stefinger, Lehrer, Schulpsychologe, Landwirt, Moosbach; 27. Thomas Meiler, Polizeibeamter, Bürgermeister, Flossenbürg; 28. Carmen Pepiuk, Bürofachkraft, Bürgermeisterin, Trabitz; 29. Petra Hager, Agrarbetriebswirtin, technische Aufsichtsbeamtin, Vohenstrauß; 30. Markus Ziegler, Polizeibeamter, Bechtsrieth; 31. Anton Kappl, Berufssoldat, Bürgermeister, Leuchtenberg; 32. Josef Kleber, Softwareentwickler, Waidhaus; 33. Josef Schreglmann, Beamter i.R., Kirchenthumbach; 34. Johann Maurer, Gastwirt, Bürgermeister, Georgenberg; 35. Alois Weig, Landwirtschaftsmeister, Waldthurn; 36. Johann Kick, selbstständiger Gartenbauer und Landwirt, Luhe-Wildenau; 37. Annett Kamm, Immobilienbetriebswirtin, Altenstadt/WN; 38. Thomas Spörl, Zollbeamter, Neustadt/WN; 39. Richard Kammerer, Kfz-Mechaniker, Bürgermeister, Mantel; 40. Adrian Blödt, selbstständiger Holzbauunternehmer und Ingenieur für Bauphysik, Kohlberg; 41. Anita Stauber, Pfarrsekretärin, Grafenwöhr; 42. Sabine Schultes, Fachärztin für Allgemeinmedizin, Eschenbach; 43. Gerhard Kellner, Berufsschullehrer, Bürgermeister, Kirchendemenreuth; 44. Ulrich Hösl, Bundespolizist, Schwarzenbach; 45. Andreas Wutzlhofer, Dipl. Ing. Agrar (FH), Bürgermeister, Vohenstrauß; 46. Rainer Rewitzer, Flußmeister, Bürgermeister, Pleystein; 47. Andrea Gollwitzer, kaufmännische Angestellte, Betriebsleiterin, Floß; 48. Tanja Kippes, Mittelschullehrerin, Neustadt/WN; 49. Karlheinz Schultes, Berufsbetreuer, Neustadt am Kulm; 50. Gabriele Hagemann, Ärztin i.R., Altenstadt/WN; 51. Margarete Kreuzer, Bürokauffrau, Oberbibrach; 52. Markus Dobmeier, Bankkaufmann, Schirmitz; 53. Robert Brenner, Polizeibeamter, Eslarn; 54. Johannes Stauber, Diplom-Finanzwirt (FH), Grafenwöhr; 55. Thomas Schönberger, Elektrotechniker, Kaltenbrunn; 56. Andreas Reindl, Finanzbeamter, Pressath; 57. Florian Wittmann, Technischer Betriebswirt, Luhe-Wildenau; 58. Birgit Trottmann, Medizinische Fachangestellte, Neustadt/WN; 59. Georg Stahl, Landtagsabgeordneter a.D., Pirk; 60. Josef Haberkorn, Betriebsleiter a.D., Altenstadt/VOH.

Ersatzkandidaten sind Christina Rosner, Flossenbürg; Thomas Mayer, Grafenwöhr; Roswitha Sier, Vohenstrauß und Erwin Sperber, Windischeschenbach.

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Andreas Meier zeigt die Notizen für seine Rede. „Zukunftsthemen!“ ist eingekreist.

Bild: Petra Hartl

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100 Prozent Zustimmung gab es bei der Liste.

Bild: Petra Hartl

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Stahlbauer Stefan Voit fertigte für jeden Ortsverband im Kreis Neustadt eigens für die Versammlung ein Schild an.

Bild: Petra Hartl

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Der CSU-Kreisverband nominiert 60 Kandidaten für die Kreistagsliste zur Kommunalwahl 2020. Die Mitglieder nehmen den Vorschlag zu 100 Prozent an.

Bild: Petra Hartl

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Der CSU-Kreisverband nominiert 60 Kandidaten für die Kreistagsliste zur Kommunalwahl 2020. Die Mitglieder nehmen den Vorschlag zu 100 Prozent an.

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Albert Nickl war Wahlleiter.

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Stephan Oetzinger beschwört Geschlossenheit.

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Quelle: Onetz vom 31.10.2019 (id2885945) - Text: Beate-Josefine Luber, Bild: Petra Hartl

 

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