CSU besucht das Vohenstrausser Krankenhaus

"Wenn Schwestern in Rente gehen, sind sie kaputt"

Der Fachkräftemangel ist auch am Vohenstraußer Krankenhaus zu spüren. Sogenannte Stationssekretärinnen könnten den examinierten Schwestern unter die Arme greifen.

Bild Besuch Krankenhaus

Carina Ascherl (Vierte von links) von der Krankenhausleitung empfängt die CSU-Delegation und gewährt einen Einblick in die Sorgen und Nöte im Krankenhaus. Dr. Sinisa Markovic (Dritter von links) bricht eine Lanze für seine Schwestern.

Bild: dob

von Elisabeth DobmayerProfil

„Im kleinen und feinen Haus des Klinikverbunds“ empfing Carina Ascherl von der Vohenstraußer Krankenhausleitung die CSU-Runde zum Weihnachtsbesuch.

„Für die ländliche Versorgung brauchen wir dieses Krankenhaus“, sagte Ascherl. „Es wird hier regional gut angenommen, auch dank der sehr guten Zusammenarbeit mit dem Klinikum Weiden.“ Beide Krankenhäuser würden von dieser Zusammenarbeit profitieren. Obwohl man sehr stark in die Akquise ging, sei der Fachkräftemangel deutlich zu spüren. Einen Facharzt für Innere Medizin zu finden, sei vergleichbar mit der Suche nach einer Nadel im Heuhaufen. Trotzdem sei sie guter Dinge.

Das gleiche Bild zeige sich auch bei den Pflegekräften, die meist von Mund-zu-Mund-Werbung durch eigene Mitarbeiter generiert werden. „Reine Stellenausschreibungen finden wenig Anklang“, bedauerte Ascherl. „Der Markt ist leer.“ Sie begrüßt, dass ab 1. Januar das Pflegepersonal-Stärkungsgesetz beschlossen wurde, allerdings werde dadurch der Fachkräftemangel nicht behoben. Kreisrat Uli Münchmeier wollte wissen, ob die Schichtpläne noch erfüllt werden können oder ob es bereits einen Notstand an Pflegekräften gebe. „Wir sind auf Kante genäht“, gab Ascherl zur Auskunft. Schlimm werde es jedoch, in Krankheitsfällen, da keinerlei Puffer vorhanden sei.

Gerade weil in den vergangenen Jahren stets bei den Weihnachtsbesuchen über die hohen Belastungen der Pflegekräfte gesprochen wurde, hätte die Politik nun mit dem neuen Gesetz reagiert, sagte CSU-Bundestagsabgeordneter Albert Rupprecht. Jede zusätzliche oder aufgestockte Stelle für Pflegekräfte in Krankenhäusern wird voll von der Krankenversicherung finanziert. „Jetzt können die Krankenhäuser finanziell Gas geben, um die Belastungen zu reduzieren.“ Allerdings müssten erst die Leute gefunden werden und das dürfte sich schwierig gestalten, gab er zu. Ein Thema sei die Flexibilität, mit der man Krankenpflegerinnen mit kleinen Kindern entgegenkomme, meinte der Bundespolitiker. Anstrengungen dazu liefen bereits, informierte Ascherl. Eine davon sei zum Beispiel, den Ausbildungskurs zweimal im Jahr zu starten.

Die finanzielle Schere gehe auf und es wäre wünschenswert auch für andere Berufsgruppen in den Krankenhäusern eine finanzielle Steigerung zu erreichen. „Alleine mit der Pflege kann ich kein Krankenhaus führen“, machte die Krankenhausleiterin deutlich. „Da müssen die Rädchen aller Prozessbeteiligten ineinandergreifen.“ Sinisa Markovic ergriff als Belegarzt das Wort und zündete für die Schwestern im Haus eine Lobeshymne. „Ohne sie könnte ein Arzt nicht arbeiten.“ Der Beruf der Pflegekräfte müsse seiner Meinung nach viel attraktiver werden. Wenn Schwestern in Rente gehen, sind sie kaputt, haben Gelenkkrankheiten, geschwollene Beine oder Bandscheibenvorfälle, berichtete er. Eigentlich sollten sie diese Zeit nach der Arbeit genießen können.

In die Zukunft blicke er aber trotzdem positiv, denn einige sehr gute und junge Schwestern seien bereits im Haus tätig. Vor allem zeigten sie großes Interesse und viel Liebe zum Beruf, denn ohne diese Attribute würde man den Pflegeberuf sowieso nicht ausüben können. „80 bis 90 Prozent der Patienten im Vohenstraußer Krankenhaus sind Schwerstpflegefälle, die sich nicht einmal mehr selbst umdrehen können“, sagte der Arzt. Wichtig wäre es für ihn, sogenannte Stationssekretärinnen zu gewinnen, die das Fachpersonal entscheidend entlasten könnten.

Die Dokumentationen müssen aber nach wie vor in den Händen der examinierten Krankenschwestern und Ärzte bleiben, machte Ascherl deutlich. Dadurch gehe viel Zeit an den Patienten verloren. Für derartiges Entlastungspersonal plädierte auch OP-Leiter Karl Brenner, der mit Laborantin Heidi Maurer anwesend war. Dem CSU-Landtagsabgeordneten und Fraktionssprecher im Kreistag, Stephan Oetzinger, ist es ein großes Anliegen, den Standort Vohenstrauß dauerhaft zu sichern. „Die Bevölkerung nimmt dieses Haus an. Deshalb lege er größten Wert auf die Standorterhaltung. „Wir als CSU-Kreistagsfraktion stehen hinter diesem Standort.“ Mit gut gefüllten „schwarzen Taschen“, die Oetzinger an das Personal überreichte, wolle man allen Wertschätzung entgegenbringen.

Quelle . Onetz vom 23.12.2018 (id2586528), Text und Bild: Elisabeth Dobmayer

 

 

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